Der Verein

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Vereinshistorie: Vom Hobbyverein zur Hochburg

Der Beginn des Tischtennissports in Stadtlengsfeld geht bis in die Jahre 1946/47 zurück. Damals fanden sich einige interessierte Personen zusammen, die diese Sportart ins Leben riefen. Das waren unter anderem die Sportfreunde Marianne Freund, Heini Perniß, Henner Deisenroth und Herbert Heidrich. Kurze Zeit später kamen die Sportfreunde Manfred Kürschner, Lothar Kürschner und Horst Perniß dazu.

Die Gründung der Sportart Tischtennis wurde damals sehr begünstigt durch die Tatsache, dass ein Raum erworben werden konnte, in dem man für 3 Tischtennisplatten Platz hatte. Dieser Raum war eine Holzbaracke, die vor dem Gelände des Porzellanwerks stand. Eigentümer dieser kleinen Baracke war eine Glasfabrik, welche zu diesem Zeitpunkt in ein neu gebautes, massives Gebäude umzog. Da der Ehemann der Marianne Freund und der Sportfreund Heini Perniß führende Funktionen in dieser Glasfabrik hatten, konnten sie erwirken, dass die Baracke für den Hobbysport Tischtennis genutzt werden konnte. Somit war der Grundstein für die Sportart „Tischtennis“ in Stadtlengsfeld gelegt.

Mit viel Mühe konnten 3 Tischtennisplatten erworben werden. Diese Anschaffung konnte wiederum durch den guten Draht zur Glasfabrik getätigt werden, denn diese stellte die finanziellen Mittel für die Anschaffung der TT-Platten und Netzte zur Verfügung.

Der Sportfreund Horst Perniß, der gegenwärtig immer noch sehr aktiv den Tischtennissport betreibt, erinnert sich noch daran, dass man mit selbst gefertigtem Schlägermaterial spielte. So ließ man sich in der Tischlerei Klein aus Sperrholz das Schlägerholz herstellen. Das Gummi, welches normalerweise auf Schuhe aufgeklebt wurde, wurde als TT-Belag genutzt. Dieser oder jener Sportfreund, welcher Beziehungen hatte, konnte sich aber auch schon damals einen Originalschläger beschaffen. Diese waren jedoch kein Vergleich zu späterem Schlägermaterial.

Auch, wenn etwas defekt war, musste dies immer in Eigenarbeit erneuert werden, zum Beispiel bei der Reparatur der Netze. Es wäre heute undenkbar, mit solchen vielmals geflickten Netzen zu spielen. Erst zu Beginn der 50er Jahre verbesserte sich Materialbeschaffung. Da mittlerweile auch in anderen Ortschaften TT-Vereine entstanden, entwickelten sich nun untereinander Hobbyturniere. Etwas später schlossen sich nun einige Sportvereine im Ort zusammen und somit wurde der TT-Verein in die BSG (Betriebssportgemeinschaft) „Chemie“ aufgenommen.

Ab 1956 wurden auf Kreisebene erste Spiele ausgetragen. Anfang der 60er Jahre übernahm der Sportfreund Dieter Röllig die Geschicke des Tischtennisvereins. Durch sein engagiertes Auftreten konnte er viele Kinder und Jugendliche für den Tischtennissport begeistern, auch im Männerbereich führte er die Mannschaft bis in die Bezirksklasse.

Altgediente Sportsfreunde wie Gerd Möller, Jupp Böker, die Dietzelbrüder, Ehrhard Rost und Jürgen Rost bildeten eine schlagkräftige 1. Mannschaft, die regelmäßig in Punktspielbetrieb eingebracht wurden. So konnte man sich über viele Jahre erfolgreich in der 1. Bezirksklasse behaupten.

Durch viel Engagement konnten nun auch nach und nach die Spielbedingungen in der alten Sporthalle (Turnrasen) verbessert werden, so wurden von den Sportsfreunden in Eigeninitiative zum Beispiel Lampen und Anzeigetafeln hergestellt.

Als erster Verein im Kreis konnten die Feldataler nun eine eigene elektrische Spielanzeige in Betrieb nehmen. Diese wurde in mühevoller Kleinarbeit von Jürgen Baumbach und Jürgen Rost gebaut. Um in der Halle ein Training oder Wettkämpfe durchführen zu können, musste vor Spielbeginn erst der Ofen angeheizt werden.

Durch gute Nachwuchsarbeit des Vorsitzenden Dieter Röllig konnten Ende der 60er Jahre viele junge Talente in die Männermannschaften aufrücken. Vor allen Dingen waren dies Willy Leutbecher und Dieter Wilhelm. Willy Leutbecher, der immer von Kaltensundheim nach Stadtlengsfeld gefahren ist, teilweise auch mit dem Fahrrad, spielt seit seinem 14. Lebensjahr in Stadtlengsfeld und tut dies auch heute noch, genauso wie Dieter Wilhelm, der aus dem eigenen Nachwuchs kam.

Durch diese Verstärkungen und großen Anstrengungen konnte die 1. Mannschaft in die 1. Bezirksliga aufsteigen. Auch im Damenbereich konnten viele Mädchen und Frauen als gute Spieler für den Verein gewonnen werden, die jahrelang das Niveau in Südthüringen anführten.

Anfang der 70er Jahre entwickelte sich die 1. Männermannschaft zu einer der bestimmenden Mannschaften in Südthüringen, auch viele Erfolge bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften wurden erreicht. Auch im Nachwuchsbereich wurden viele Talente gefördert und konnten so bei Meisterschaften und Spartakiaden viele Erfolge verbuchen.

Nach der Restauration der Halle Ende der 70er Jahre wurden bessere Spielbedingungen vorgefunden. Dies war zwar eine Verbesserung, aber das größte Problem war immer noch das, dass kaum Schlägermaterial und Bälle zur Verfügung standen. Tischtennisbälle gab es nur mit Zuteilung oder mit viel Glück.

Mitte der 80er Jahre kamen mit dem jungen Andreas Bernhardt, Fred Hartmann und Uwe Zimmermann junge und talentierte Spieler nach Stadtlengsfeld, um sich in Stadtlengsfeld weiterzuentwickeln. In kürzester Zeit konnten sie das Niveau der 1. Mannschaft schlagartig verbessern. Mit dieser Mannschaft konnte Ende der 80er Jahre der Spitzenplatz in Südthüringen (Bezirk Suhl) erreicht werden, dies berechtigte zur Wendezeit zum Aufstieg in die Verbandsliga in Thüringen. Zur eigenen Überraschung konnte man gleich im ersten Jahr Fuß fassen und einen Spitzenplatz belegen. Nach zweijährigem Verbleib in dieser Klasse konnte man in der Saison 1991/92 den Aufstieg in die höchste Spielklasse, die Thüringenliga, feiern!

Auch im Nachwuchsbereich konnten in diesen Jahren beachtliche Erfolge erzielt werden, so belegte unsere Jugendmannschaft in der Saison 91/92 den 3. Platz in Südthüringen. Dies war umso mehr hervorzuheben, da noch 2 Schüler in dieser Mannschaft mitspielten. Die Mannschaft bestand aus den Spielern Dennis Wulff, Silvio Koch, Jan Kunath und Stephan Wilhelm, als Ersatz spielte Thorsten Resser.

Außerdem konnten viele gute Plätze bei den Südthüringer Einzelmeisterschaften errungen werden, der Höhepunkt war aber der zweifache Südthüringer Meistertitel im Doppel von Stephan Wilhelm (einmal mit Marco Grundtner aus Stützerbach, einmal mit Andy Vierling aus Schmalkalden). Dies berechtigte ihn jeweils zur Teilnahme an den Thüringenmeisterschaften, wo er mit den gleichen Partnern jeweils den 3.Platz belegte.

Das die Thüringenliga ein großer Brocken und eine schwere Herausforderung ist, war Jedem im Vorfeld bewusst, zumal man als einzigste Mannschaft Thüringens nur mit einheimischen Spielern antrat.

Der damals 17-jährige Jörg Leutbecher wurde mit in die 1. Mannschaft eingebaut, der sofortige Abstieg aus dem Oberhaus konnte aber leider nicht verhindert werden. Trotzdem war es für die jungen Spieler ein lehrreiches Jahr, eine große Belastung waren aber auch die Fahrtkosten, die finanziell schwer belasteten.

Leider konnte der damalige Vereinsvorsitzende Dieter Röllig dieses Jahr nicht mehr genießen, da er leider im Sommer 1993 plötzlich und unerwartet verstarb. Seit Ihm zu Ehren wird seit Ende 1993 das Dieter Röllig-Gedenkturnier veranstaltet. Dieses wurde in Stadtlengsfeld zur Tradition und konnte Ende 2006 zum 14.Mal durchgeführt werden. Zahlreiche Spieler besuchten dieses Turnier, sie kamen aus verschiedenen Regionen des Landes wie z.B. aus Stuttgart, Weimar und Fulda .

Durch den Tod von Dieter Röllig musste der Vorstand neu besetzt werden, als Vereinsvorsitzender wurde Dieter Wilhelm gewählt, er fand in Dieter Schön als Stellvertreter eine tatkräftige Unerstützung, die Finanzen übernahm Werner Merk. Diese 3 bilden bis heute das Korsette des Vorstands des Vereins. Auch die Kinder- und Jugendarbeit führte Dieter Wilhelm weiter.

In den folgenden 3 Spielzeiten wurden immer Spitzenplätze in der Verbandsliga erreicht, die Mannschaft konnte sich in dieser Zeit weiter stabilisieren.

In dieser Zeit gab es auch im Nachwuchsbereich große Erfolge, so konnte die Schülermannschaft mit Steffen Plock, Stefan Weiprecht, Danny Hellmann und Nicki Rommel den Südthüringenmeister-Titel erreichen. Dadurch war eine Teilnahme an den Thüringer Mannschaftsmeisterschaften möglich. Dort konnte die Mannschaft mit Stephan Wilhelm verstärkt werden, sodass am Ende ein hervorragender 3. Platz erspielt wurde. Auch in den Einzelwettbewerben konnten sich Steffen Plock und Stephan Wilhelm durch gute Platzierungen für die Endrunde der Schüler — Thüringenmeisterschaft qualifizieren, dort konnten beide die Erwartungen voll erfüllen.

Für den Tischtennisport in Stadtlengsfeld war es von entscheidender Bedeutung, dass im Jahre 1995 nach langem und zähem Ringen der Grundstein für den Bau der neuen Sporthalle gelegt wurde. Durch den Bau der neuen Halle verbesserten sich die Bedingungen für den Tischtennissport in Stadtlengsfeld schlagartig. So konnten in den folgenden Jahren viele Kreismeisterschaften, Südthüringer Einzel — und Mannschaftsmeisterschaften sowie Leistungsklassenturniere durchgeführt werden, der Höhepunkt war die Vergabe der Thüringen Top 12 Jugend – Rangliste nach Stadtlengsfeld. Hier wurde mit viel Engagement über 2 Tage das Turnier organisiert und durchgeführt. Dadurch konnte die finanzielle Situation des Vereins verbessert und neues Plattenmaterial für den Spielbetrieb gekauft werden.

Mit dem Wiederaufstieg in die Thüringenliga im Jahr 2000 war ein weiterer Meilenstein in der Tischtennisgeschichte in Stadtlengsfeld geschafft. Leider verließ Jörg Leutbecher zu diesem Zeitpunkt den Verein, um in Suhl in der Oberliga Erfahrungen zu sammeln. Dadurch nutzte man die Chance mit Stephan Wilhelm, ein 17-jähriges Eigengewächs mit in die Mannschaft einzubauen, trotz aller Anstrengungen konnte der Abstieg in die Verbandsliga nicht verhindert werden. Im folgenden Spieljahr 2001/2002 nutzte man nach der Rückkehr von Jörg Leutbecher die Chance mit Steffen Plock, einen zweiten jungen Spieler mit in die 1. Mannschaft einzubauen. Diese Maßnahme zahlte sich noch in der gleichen Spielzeit aus, denn die Mannschaft konnte gefestigt durch dieses Spieljahr gehen und einen guten 2. Platz belegen. Durch Gespräche über längere Zeit konnte im Spieljahr 2002/2003 mit dem Sportsfreund Willy Weritz, ein Spieler aus den alten Bundesländern, der in seiner Heimat Dortmund schon einmal in der 2. Bundesliga aktiv war, für den Verein gewonnen werden.

Es wurde sofort der Aufstieg in die Thüringenliga in Angriff genommen und dieses Ziel ganz klar erreicht. In den folgenden Jahren entwickelte sich die 1. Mannschaft zu einer führenden Kraft in Thüringen und konnte immer im vorderen Bereich mitspielen.

Ein weiterer Höhepunkt war das Schauturnier mit den Tischtenniskünstlern Andrzej Grubba, Jindrich Pansky und Milan Orlowski. Über 500 Zuschauer waren begeistert über die drei europäischen Spitzenspieler, die eine perfekte Show boten. Nachdem sie gegen die einheimischen Sportsfreunde Willi Weritz, Jörg Leutbecher, Andreas Bernhardt, Stephan Wilhelm sowie Willy Leutbecher und Dieter Wilhelm ihr ganzes Können demonstrierten, boten Pansky und Orlowski in der 2. Stunde den Zuschauern beste Unterhaltung. Mit ihrem Showprogramm rissen sie die Zuschauer zu wahren Begeisterungsstürmen hin.

 

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